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“Wie man geht, so geht es einem…”  – Wie dein Körper dir bei Liebeskummer helfen kann

“Wie man geht, so geht es einem…” – Wie dein Körper dir bei Liebeskummer helfen kann

12. April 2026 von Sarah Beyer

Dieser furchtbare Liebeskummer! Du sitzt auf dem Sofa. Die Schultern nach vorn gezogen, der Blick nach unten, die Atmung flach. Alles in dir fühlt sich schwer an. Du denkst: “Ich schaffe das nicht. Ich werde nie wieder glücklich sein.” Und dein Körper? Der nickt dazu. Er sagt mit jeder Faser: Ja, genau so ist es. Aber was wäre, wenn ich dir sage, dass dein Körper nicht nur dein Schmerz-Spiegel ist – sondern auch dein Schlüssel da raus?

Dein Körper lügt nicht – aber er lässt sich überzeugen

Der Heidelberger Arzt und Psychotherapeut Dr. Gunther Schmidt hat einen Satz geprägt, der so einfach klingt und doch alles sagt: „Wie man geht, so geht es einem. Und wie es einem geht, so geht man.”

Was er damit meint: Unser Körper und unsere Gefühle sind keine Einbahnstraße. Ja, natürlich – wenn du traurig bist, lässt du die Schultern hängen. Das kennen wir alle. Aber die Forschung zeigt, dass es auch umgekehrt funktioniert: Wenn du deine Körperhaltung veränderst, verändern sich deine Gefühle mit.

Die Wissenschaft nennt das Embodiment – und die Studienlage dazu ist mittlerweile ziemlich beeindruckend. Eine internationale Metastudie von Prof. Johannes Michalak an der Universität Witten/Herdecke hat 73 Einzelstudien ausgewertet und kommt zu dem Ergebnis: Unsere Körperhaltung beeinflusst messbar unsere Emotionen, unser Hormonlevel und unser Verhalten. Es ist also kein esoterischer Wunschgedanke, sondern Neurowissenschaft: Dein Körper sendet permanent Rückmeldungen an dein Gehirn. Und diese Rückmeldungen formen mit, wie du dich fühlst.

Stell dir das jetzt mal in Bezug zu deinem Liebeskummer vor. Du steckst in einer emotionalen Endlosschleife fest: Die Gedanken kreisen. Und dein Körper macht brav mit – zusammengesunken, verspannt, flache Atmung. Du bist in dem gefangen, was Gunther Schmidt “Problemtrance” nennt: Dein ganzes System – Gedanken, Gefühle, Körper – ist auf Schmerz programmiert. Und genau hier setzt seine geniale Methode an.

Die Problem-Lösungs-Gymnastik kurz erklärt

Die Problem-Lösungs-Gymnastik ist ein Werkzeug aus der sogenannten Hypnosystemik, die Gunther Schmidt entwickelt hat. Sie verbindet Elemente der Hypnotherapie nach Milton Erickson mit systemischen Ansätzen – klingt kompliziert, ist im Kern aber erstaunlich alltagstauglich.

Die Grundidee: Wenn du in einem Problemzustand feststeckst, dann hat dieser Zustand immer auch eine körperliche Seite – eine bestimmte Haltung, Atmung, Mimik, Muskelspannung. Und dein Körper kennt – oft ohne dass du es weißt – auch die Alternative: den Lösungszustand. Die Gymnastik besteht darin, bewusst zwischen beiden hin- und herzupendeln. Wie bei einer echten Gymnastikübung. Dadurch baust du eine Art Brücke zwischen Problem und Lösung in deinem Nervensystem. Der geniale Nebeneffekt: Mit der Zeit wird der Problemzustand selbst zum Auslöser für den Lösungszustand. Schmidt nennt das wunderbar bildhaft „den Problemanker als Lösungswecker nutzen”.

Im Coaching-Kontext arbeite ich mit einer vereinfachten Version dieser Übung. Wichtig zu wissen: Die Problem-Lösungs-Gymnastik ist nicht für die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen geeignet – bei Trauma bitte immer professionelle therapeutische Begleitung suchen. Für Liebeskummer-Phasen, in denen du dich emotional gefangen fühlst, ist sie aber ein wunderbares Selbsthilfe-Werkzeug.

So kannst Du es selbst ausprobieren – Schritt für Schritt

Such dir einen Ort, an dem du für ein paar Minuten ungestört bist. Stell dich hin, damit du Bewegungsfreiheit hast.

Schritt 1: Geh in den Problemzustand

Erlaube dir, dich bewusst in den Liebeskummer hineinzufühlen. Wie fühlt sich das in deinem Körper an? Wo sitzt der Schmerz? Wie stehst du da – eher zusammengesunken, die Schultern nach vorn, der Kopf gesenkt? Wie atmest du – flach, eng, gepresst? Übertreibe die Haltung ruhig ein wenig, wie in einer Pantomime. Gunther Schmidt betont: Indem du das willentlich machst, bekommst du bereits Verfügungsgewalt über den Zustand. Du bist nicht mehr Opfer deiner Gefühle – du stellst sie bewusst dar.

Vielleicht gibt es einen Satz, der dazu passt. Etwas wie: “Ich bin nicht gut genug. Niemand will mich. Ich bin allein”.Sprich ihn ruhig leise aus.

Schritt 2: Schüttle dich kurz ab – und geh in den Lösungszustand

Jetzt trete einen Schritt zur Seite und wechsele auf eine andere Position im Raum. Buchstäblich. Atme einmal tief durch. Und dann frage deinen Körper: Wie fühlt sich die Alternative an? Wie stehst du da, wenn es dir gut geht, wenn du dich stark und bei dir fühlst? Vielleicht richtest du dich auf, die Schultern gehen zurück, der Blick geht nach vorn, die Atmung wird tiefer und langsamer. Lass deinen Körper die Antwort finden – er weiß es oft besser als dein Kopf.

Gibt es auch hier einen Satz? Vielleicht: “Ich bin wertvoll. Ich werde wieder glücklich sein. Ich schaffe das.”

Schritt 3: Pendle hin und her

Jetzt kommt die eigentliche Gymnastik. Geh zurück in die Problemhaltung – mit allem Drum und Dran: Haltung, Atmung, Gesichtsausdruck, innerer Satz. Halte sie ein paar Sekunden. Und dann wechsle bewusst in die Lösungshaltung. Spüre den Unterschied. Wiederhole das mehrere Male, in unterschiedlichem Tempo. Mal schnell, mal ganz langsam – gerade die Zeitlupe ist besonders wertvoll, weil du den Übergang von Problem zu Lösung ganz bewusst wahrnimmst.

Schritt 4: Spüre den Übergang

Das ist das eigentliche Gold der Übung: der Moment dazwischen. Der Moment, in dem du merkst, dass du den Schalter selbst betätigen kannst. Dass du nicht in der Problemtrance feststecken musst. Dass du eine Wahl hast. Jedes Mal, wenn du diesen Wechsel übst, baust du eine neue neuronale Verbindung auf. Dein Gehirn lernt: Wenn das Problemgefühl auftaucht, kenne ich bereits den Weg zum Lösungsgefühl.

Schritt 5: Verankere den Lösungszustand

Beende die Übung immer im Lösungszustand. Spüre noch einmal ganz bewusst, wie sich dein Körper anfühlt, wenn du aufgerichtet, lebendig und bei dir bist. Vielleicht gibt es ein Bild, das dazu passt, oder eine Geste – etwas, das du im Alltag als kleinen Anker nutzen kannst, wenn der Liebeskummer wieder anklopft.

Warum das funktioniert

Das Besondere an der Problem-Lösungs-Gymnastik ist, dass sie nicht versucht, den Schmerz zu verdrängen oder wegzudenken. Im Gegenteil: Du darfst den Schmerz fühlen. Aber du erlebst gleichzeitig, dass er nicht alles ist. Dass es in dir auch eine andere Seite gibt – eine, die Kraft hat, die Kompetenz hat, die Lebenslust hat.

Das passt auch zu dem, was die Neurowissenschaft uns sagt: Im Gehirn kann man nichts löschen. Die Erinnerung an die Beziehung, der Schmerz der Trennung – das bleibt als Erlebnismöglichkeit gespeichert. Aber du kannst neue Bahnungen schaffen. Neue Muster. Und der Körper ist dabei dein mächtigster Verbündeter, weil er viel schneller reagiert als dein Verstand.

Probier es aus, es muss nicht perfekt sein

Du musst kein Yoga-Talent sein und keine Meditationserfahrung haben. Die Übung funktioniert auch dann, wenn du dir dabei ein bisschen albern vorkommst. Gerade das Übertreiben der Haltungen – fast wie eine Pantomime – macht sie so wirkungsvoll. Mach sie am besten mehrmals pro Woche, vor allem in den Momenten, wenn du merkst, dass die Gedankenspirale wieder anfängt.

Und wenn du feststellst, dass du allein nicht weiterkommst oder die Gefühle zu überwältigend werden – dann ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen, dass du Unterstützung verdienst.

Hast du es ausprobiert? Hat es funktioniert? Was hast du erlebt? Ich bin neugierig auf deine Erfahrungen – schreib es mir gerne hier unten in den Kommentar!

Wenn du gerade in einer Trennungsphase steckst und dir Begleitung wünschst – melde dich gerne bei mir. In meinen Coachings arbeite ich mit genau solchen körper- und lösungsorientierten Methoden, die dich Schritt für Schritt aus dem Liebeskummer-Tunnel herausführen können. Schreib mir einfach hier eine Nachricht, ich freue mich auf dich.

Alles Liebe – Deine Sarah

Quellen

  • Schmidt, G. (2010). Problem-Lösungs-Gymnastik und Kompetenz-Balance: Interventionen, die kontextflexible Autonomie stärken und systemische Synergie ermöglichen. In: G. Schmidt, A. Dollinger & B. Müller-Kalthoff (Hrsg.), Gut beraten in der Krise (3. Aufl., S. 89–102). managerSeminare Verlags GmbH.
  • Schmidt, G. (2004). Liebesaffären zwischen Problem und Lösung. Hypnosystemisches Arbeiten in schwierigen Kontexten. Carl-Auer Verlag.
  • Michalak, J. et al. (2020). Metastudie zur Wirkung von Körperhaltung auf Emotionen, Hormonlevel und Verhalten. Universität Witten/Herdecke. (Metaanalyse mit 73 Einzelstudien und 5.819 Aufzeichnungen).
  • Storch, M., Cantieni, B., Hüther, G. & Tschacher, W. (2010). Embodiment. Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen. Huber Verlag, Bern.

Foto von Marco Bianchetti auf Unsplash

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